Heilhypnose

Hypnose ist ein Zustand, der bei fast jedem Menschen durch tranceeinleitende Techniken ausgelöst werden kann. Es handelt sich bei der hypnotischen Trance um einen Zustand, der nur oberflächlich betrachtet dem Schlaf ähnelt. Viel mehr arbeitet der Mensch in Trance auf einer anderen Bewusstseinsebene als im Alltagsbewusstsein. Nach Einleitung einer Hypnose werden die äußeren Geschehnisse immer unwichtiger. Der Patient entspannt sich in einen angenehmen Ruhezustand. Während sich der Körper und das Nervensystem erholen können, wird der Ebene des Unterbewusstseins Raum gegeben. Die meisten Menschen erleben diesen Zustand als sehr angenehm. Das Bewusstsein kann sich erholen und eine Ruhezeit genießen, während das Unterbewusstsein bildhaft -fließend- erlebt wird. Durch die Hypnose öffnet sich ein Fenster zu unbewussten Prozessen, die dann im Rahmen der Therapie wirksam gemacht werden können. Auch können im Trancezustand Vorhaben, Vorsätze und Formeln besser aufgenommen und im Unterbewusstsein verankert werden.

Sogenannte „Störungen“, Fehlfunktionen, Symptome erscheinen unter Hypnose oftmals in einem anderen Licht. Sie stellen Lösungsversuche des Systems für innere Konflikte dar, welche aber nicht das gewünschte Ziel erreichen. Die Hypnotherapie setzt genau hier an. Sie fördert die Selbstheilungskräfte, indem die Heilungskräfte des Unbewussten genutzt werden, um zu einer körperlich - geistig - seelischen Einheit zu gelangen.

Entstehungsgeschichte:

Unter anderem widmete sich anfänglich Sigmund Freud der Anwendung von Hypnose, um sich dann aber mehr auf die Technik des "Freien Assoziierens" zu konzentrieren. Milton Erickson ist es zu verdanken, dass die Hypnose in der Psychotherapie wieder häufiger eingesetzt wurde. Erickson entwickelte einen neuen Ansatz, der im Gegensatz zu den standardisierten Methoden und Formeln, die Individualtät eines jeden Einzelnen betont. Für jeden Patienten wird ein individueller Zugang zum Unterbewusstsein gewählt. Erickson betont weiterhin im Gegensatz zu Freud die positive Rolle des Unbewussten. Das Unbewusste ist eine unerschöpfliche Quelle zur kreativen Selbstheilung. Das starre, oftmals konditionierte Bewusstsein schränkt Heilung ein, da erlernte, inzwischen überholte Wege ohne Erfolg immer wieder beschritten werden. Durch verbale und non-verbale Techniken wird es dem Unbewussten ermöglicht, die leitende Rolle zu übernehmen und die starre Begrenztheit des Bewusstseins zu erweitern. Unbewusste Selbstheilungskräfte und kreative Ressourcen werden nutzbar gemacht und nicht weiter verdrängt.

Erickson erkrankte 1919 an Kinderlähmung. Die Bewusstlosigkeit, in die ihn die Erkrankung brachte, nannte er später den Beginn seines Interesses an Trance-Zuständen. Die Medizin machte ihm wenig Hoffnung auf vollständige Heilung. Nach einem dreitägigen Koma erwachte er, allerdings vollkommen gelähmt. In einem Schaukelstuhl sitzend erwachte in ihm der intensive Wunsch aus einem Fenster zu schauen. Dieser Wunsch soll dazu geführt haben, dass sich der Schaukelstuhl begann zu bewegen. Dieses sogenannte ideomotorische Erlebnis motivierte ihn, weiter zu üben. Durch Bilder, die er in seinen Gedanken bewegte, arbeitete er daran, dass seine Muskeln wieder ihre Funktionen aufnahmen. Zwei Jahre später konnte er leicht hinkend, aber frei gehen.

Erickson war beeindruckt und gefesselt von den Möglichkeiten des Unterbewusstseins und entwickelte unterschiedliche Techniken.

Anwendungsmöglichkeiten und Indikationen:

Die hypnotherapeutischen Techniken nach Erickson können in vielen Bereichen eingesetzt werden. Hier eine kleine Aufzählung:

  • Angst und Panik
  • Schlafstörungen
  • Bluthochdruck
  • Erschöpfungszustände
  • Ruhelosigkeit
  • Raucherentwöhnung
  • Private oder berufliche Orientierungslosigkeit
  • Selbstwertzweifel
  • Innere Konflikte
  • usw.

Aber, wie bereits oben beschrieben, dient die Hypnose als Technik vor allem und ausschließlich dazu, die Selbstheilungskräfte des Menschen zu nutzen, um den für das Individuum jeweils richtigen Weg der Heilung einzuschlagen.

Ablauf einer Trancesitzung:

Von Seiten des Patienten sind Kooperationsbereitschaft und ein Vertrauensverhältnis zum Therapeuten entscheidend. Um sich kennenzulernen, alle Fragen zu klären und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, bedarf es vor Beginn der Therapie eines ausführlichen Anamnesegesprächs.

Jede Hypnose wird zum Ende der Sitzung zurückgenommen, so dass das Alltagsbewusstsein wieder hergestellt ist. Eventuell sollte etwas Zeit nach der Therapiestunde eingeplant werden, um in Ruhe einen Spaziergang machen zu können, damit die Hypnose mit all ihren Bildern in Ruhe nachwirken kann.

Der eigene Willen des Patienten bleibt während der ganzen Hypnose erhalten. Das heißt, dass bei Suggestionen, die vom inneren System nicht akzeptiert werden, es ein deutliches Stoppsignal vom Unbewussten gibt und die Handlungen nicht ausgeführt werden.

Die Frage, was passiert, wenn ich nicht wieder aufwache, wird häufig gestellt. Jede Hypnose, die nicht zurückgenommen wird, geht automatisch in einen normalen Schlaf über und man erwacht gut ausgeschlafen und erholt. Bei äußeren Notsignalen, wie z.B. Feueralarm, greift das Unterbewusstsein sofort schützend ein und der Patient wacht auf.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Jungmann:
jungmann(at)naturheilpraxis-kirst.de


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