Wirbelsäulentherapie nach Dorn & Breuss

Unsere Wirbelsäule stellt die zentrale stützende Achse unseres Körpers und gleichzeitig die wichtige Schutzhülle für unser sensibles Rückenmark dar. Diese stützende Achse ist in der heutigen Zeit vielen Belastungen ausgesetzt. Rückenschmerzen, Verspannungen, Haltungsschwächen uvm. sind in unserer Gesellschaft mittlerweile weit verbreitet.

Die Statik, das bedeutet unsere Körperhaltung, beginnt an den Füßen. Stehen die Fuß-, Knie-, Hüft- und Beckengelenke harmonisch und frei, also unblockiert zueinander, kann sich auch die Wirbelsäule darüber mit ihren vielen kleinen Gelenken entspannt ausbalancieren. Bandscheiben und Rückenmarksnerven erfahren so keine Belastung. Kommt es jedoch zu einer Verschiebung durch eine Blockade eines der unteren Gelenke, muß die Wirbelsäule diese Verschiebung, die sich von unten nach oben hinauf entwickelt, ausgleichen. Nicht selten entstehen dann Blockaden im Kreuz- Darmbeingelenk (ISG) oder auch an den Wirbeln. Dies ist ein Selbstschutzsystem des Körpers, um Schlimmeres zu verhindern. Diese Blockaden sind teils sehr schmerzhaft, da die umliegenden Gewebe, wie Bänder und Muskeln, sowie jene Nerven, die die inneren Organe versorgen, überreizt werden. Das sind aber nicht generell die pathophysiologischen Vorstellungen der evidenzbasierten Medizin. Auch schnelle, meist unbedachte Bewegungen (z. B. der „Hexenschuß“) oder Gewalteinwirkungen von außen und  eine über lange Zeit anhaltende Fehlhaltung (schlechter Arbeitsplatz, starke körperliche Belastung; mangelnde Bewegung), können das o.g. Selbstschutzsystem des Körpers auslösen und dadurch Schutzblockaden entstehen.

Bleiben solche Blockaden unbehandelt, können sich chronische Krankheiten im gesamten Körper entwickeln. Nicht nur  im Stütz- und Bewegungsapparat, sondern auch in den inneren Organen. Denn die zwischen den Wirbeln aus dem Rückenmark austretenden Nerven versorgen nicht nur Muskeln und Gewebe, sondern ziehen auch ins Innere des Körpers. So kann zum Beispiel der „Magenwirbel“ aufgrund eines gereizten Nervens Magenbeschwerden hervorrufen, andersherum kann aber auch eine gestörte und überreizte Magenfunktion Schmerzen im Bereich des 6. Brustwirbels bewirken.
Neben den organ- und gewebeversorgenden Nerven liegen die Energieleitbahnen, die sogenannten Meridiane, bekannt aus der TCM, direkt neben der Wirbelsäule. Eine Fehlstellung kann hier nach der TCM-Lehre zu Energieblockaden führen.

Wofür oder wogegen kann die Wirbelsäulentherapie nach Dorn & Breuss eingesetzt werden?

  • Blockaden und Funktionsstörungen der Wirbelsäule (HWS-BWS-LWS-Syndrom)
  • Reizung der nervenversorgenden Organen (Magen; Herz; etc.)
  • Kopfschmerzen; Migräne
  • Muskelverspannungen der Wirbelsäule
  • Rückenschmerzen „unklarer Genese“
  • Ischialgien
  • Tinnitus
  • Skoliosen der Wirbelsäule
  • Beinlängenunterschiede

Welche Kontraindikationen/Risiken gibt es bei der Dornmethode?

  • Marcumar-Patienten
  • Bei Blutern
  • Bei bestehender Osteoporose
  • Bei Tumoren der Wirbelsäule
  • Bei akutem Bandscheibenvorfall
  • frische Wirbelbrüche
  • Osteoporose

Wie läuft die Behandlung ab?

Als Patient liegen Sie bequem in Bauchlage. Man fängt immer an den unteren Extremitäten, also Sprung-, Knie- und Hüftgelenken an, um eine Beinlängendifferenz zu behandeln. Ist die Basis wieder im Sinne der Dorn-Methode einjustiert, wird die Wirbelsäule von unten nach oben behandelt, also erst die Lenden-, dann die Brust- und abschließend die Halswirbelsäule. Zum Schluss kann man noch die oberen Extremitäten behandeln, wenn hier Beschwerden oder Auffälligkeiten sind. Das ist eine sanfte Methode, kein „Knochenbrechen“, wie in der klassischen Chiropraktik.

Eine sehr gute ergänzende Methode zur Dorn- Behandlung ist die von Rudolph Breuss entwickelte „Bandscheibenmassage“, die „Breuss- Massage“. Hierbei wird die Wirbelsäule durch spezielle Grifftechniken sanft gedehnt und einjustiert, damit sich einerseits die Bandscheiben wieder erholen und andererseits die Wirbel wieder gerade stellen können.

Durch die Massage, die entlang der Wirbelsäule ausgeführt wird, werden die kleinen Muskeln und Bänder an den Wirbelkörpern gedehnt und gelockert und den Bandscheiben dadurch mehr Platz verschafft. Dadurch können sie sich aus dem umliegenden Gewebe wieder mit mehr Flüssigkeit vollsaugen und besser erholen, sie werden wieder elastischer, können wieder ihre Stoßdämpferfunktion ausführen. Da die Grifftechniken entlang der Meridiane ausgeführt werden, ist außerdem, im Sinne der TCM, eine Verbesserung der Energiezirkulation im gesamten Körper zu erzielen. Massiert wird in der Regel mit einem bestimmten Öl, welches gut in die Haut einzieht und im tiefen Gewebe Heilmechanismen in Gang setzen kann. Abschließend wird ein Seidenpapier aufgelegt, welches nochmals die Verbesserung der Energiezirkulation unterstützen kann.

Was sollte noch beachtet werden?

Für die Dorn-Breuss-Therapie sollten Sie sich ca. 60 Minuten Zeit nehmen. Die eigentliche Behandlung dauert 30-40 Min.

Nach der Behandlung sollten sie unbedingt ausreichend trinken, um dem Körper genügend Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen. Denn aufgelöste Blockaden in Gelenken und Muskeln setzen, wie wir Naturheilkundler definieren, giftige Schlackenstoffe aus dem Gewebe frei, die ausgespült werden sollten. Die Schulmedizin oder heute evidenzbasierte Medizin spricht da eher von Stoffwechselzwischenprodukten. Auch die wieder frei fließende Energie freut sich über etwas mehr Volumen. Am Behandlungstag sollten Sie sich anschließend körperlich etwas schonen, also keine schwere Arbeit oder Sport betreiben. Gehen Sie lieber spazieren oder walken, ruhen sich aus und genießen das Leben. Manchmal treten muskelkaterähnliche Beschwerden oder sogar eine vermeintliche kurzzeitige Verschlimmerung der Symptome auf. Diese sind aber in der Regel von kurzer Dauer, da es eine Zeit braucht, bis der Körper sich an die neue statische Veränderung gewöhnt hat.

Jeder Patient reagiert individuell auf diese Behandlung. Bei einigen ist schon nach kurzer Behandlungszeit eine gute Verbesserung zu verzeichnen, andere Körper brauchen etwas länger, um die Veränderungen zu integrieren und die neue Gelenkstellung aufrechterhalten zu können.

Weitere Informationen über die Wirbelsäulentherapie nach Dorn & Breuss lesen Sie hier.

Die Dorn-Therapie und die Breuss-Massage sind komplementärmedizinische Verfahren, die von Nichtärzten entwickelt wurden. Wissenschaftliche valide Studien zur Wirkung und Wirksamkeit liegen nicht vor. Auch werden diese Methoden von der evidenzbasierten Medizin, landläufig Schulmedizin genannt, nicht anerkannt. Beschriebene Wirkmechanismen beziehen sich also auf Beobachtung einzelner Therapeuten.